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“Headless” gegen Playstation 5-Ansturm

16.04.2021

Gaming, Computer und Grafikkarten sind nicht wegzudenkende Säulen im Sortiment von Computeruniverse. Vor Kurzem hat der Burda-Onlinehändler eine vollständig modernisierte Onlineplattform auf Basis neuester Technologien veröffentlicht. Wie der Release der hochbegehrten Playstation 5 den Kolleg:innen von Computeruniverse und Valiton eine schlaflose Nacht einbrachte und ihren bisherigen Besucherrekord versechsfachte, erzählen sie hier.
Bereits seit der Jahrtausendwende verkauft das Unternehmen aus Friedberg bei Frankfurt Elektronikprodukte über einen eigens entwickelten Onlineshop. Damit zählt das seit 2006 zu Hubert Burda Media gehörende Unternehmen zu den Pionieren der deutschen Internetgeschichte. Die 190 Kolleg:innen erzielten in 2020 einen Umsatz von über 260 Mio. Euro und waren dabei hoch profitabel – nicht selbstverständlich in der hartumkämpften Technik-Branche.

Vor allem die hauseigene Innovationskraft verschaffte dem hessischen Mittelständler in der Vergangenheit wiederholt Vorteile gegenüber anderen Online-Händlern. Ganz in diesem Sinne entschied sich die Geschäftsleitung um Maik Friedrich Anfang 2020 dazu, die komplette IT-Architektur des Onlineshops zu modernisieren und gleichzeitig der Webseite ein „Face-Lift“ zu verpassen. Das strategische Ziel hinter dieser Maßnahme: Durch eine Steigerung der Webseitengeschwindigkeit sollten bessere Rankings in Suchmaschinenergebnissen erzielt werden, wodurch wiederum potenzielle Käufer in den Onlineshop von Computeruniverse gelockt werden.
Das fünfköpfige Entwicklerteam von Computeruniverse und Valiton löste diese und weitere Herausforderungen quasi „kopflos“: Mithilfe modernster „Headless“-Technologien wurde eine performante und SEO-optimierte Plattform auf die Beine gestellt, die den neuen Shop zu den Besten seiner Art machen. In der IT-Fachwelt spricht man von „Headless“, wenn eine Trennung zwischen Frontend (Dinge die ein Nutzer sieht, z.B. ein Webseiten-Layout) und Backend (Dinge die im Hintergrund laufen, z.B. IT-Systeme für Logistik oder Marketing) stattfindet. Während das Frontend heutzutage flexibel anpassbar sein muss, ist das Backend deutlich „langlebiger“ und weniger Veränderungen ausgesetzt.
Indem Computeruniverse sich dazu entschied, dieses System selbst zu entwickeln und sich Burda-interne Unterstützung durch Experten von Valiton ins Boot zu holen, konnte diese neuartige Technologie von Grund auf erlernt und interne Fähigkeiten ausgebaut werden. Joachim Kuban, Head of Technology & Innovation bei Valiton, fand lobende Worte für die agile Zusammenarbeit zwischen den beiden Burda-Firmen, die komplett remote stattfand: „Wir haben beste Erfahrungen mit gemischten Entwicklerteams aus Valiton und Kunden wie Computeruniverse. Das Ergebnis spricht für sich.“ Neben einer bis zu achtfachen Reduzierung von Hardware- und Lizenzkosten kann das neue System auch flexibler auf Belastungsspitzen reagieren, also einer plötzlich ansteigende Menge an Webseitenbesuchern.

Während die meisten IT-Experten nach Release auf eine ruhige Anlaufphase hoffen, um die Stabilität und Performance einer Webseite unter Realbedingungen testen zu können, wurde dem Computeruniverse/Valiton-Team unerwartet ein Strich durch die Rechnung gemacht: Der unter Gaming-Enthusiasten bekannte Twitch-Blogger „emin190766“ verkündete seinen Fans – quasi pünktlich zum Livegang im März – in einem seiner Livestreams, dass die Sony Playstation 5 im Onlineshop bei Computeruniverse erhältlich sei.
Da die Nachfrage nach der Spielekonsole zurzeit jedoch sehr hoch ist und die Angebote gleichzeitig rar gesät sind, wurde die Webseite einer ungeplanten Belastungsprobe unterzogen, die die bis dahin durchgeführten Tests um das 6-fache überstieg. Zu Spitzenzeiten tummelten sich fast 8.000 Besucher gleichzeitig im Onlineshop. Zum Vergleich: Die Höchstmarke zum Black Friday 2020 waren nur 1.300 Besucher. Das Team arbeitete bis spät in die Nacht daran, das neue System aufrecht zu erhalten.
Der Vorfall bestätigte jedoch, dass die neue Webseite auch sehr hohen Belastungen und großen Kundenmassen standhalten kann. Und es hat auch gezeigt, dass Gaming auch nach über 20 Jahren eine feste Größe und ein Anziehungspunkt im Computeruniverse-Sortiment ist. Geschäftsführer Maik Friedrich urteilte mit einem Augenzwinkern: „Jetzt wissen wir sicher, dass wir auch in Zukunft für Extremsituationen wie den Black Friday gut gerüstet sind.“

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